NEVER AGAIN!

NEVER AGAIN!

Gemeinschaftsausstellung mit
David Friedmann (Fotografie), Wolfram P. Kastner (Koffer-Installation), Cornelia Walter (Spiegel-Installationen) vom 20.1. bis 17.2.2015,
gewidmet der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Das Konzentrationslager Auschwitz steht für Rassenwahn und ist das Kainsmal der deutschen Geschichte. Am 27. Januar 2015 jährt sich dessen Befreiung durch die Rote Armee zum 70. Mal. Erschütternde Bilanz: Mehr als 13 Millionen Menschen kamen beim Holocaust ums Leben; davon über eine Million allein in Auschwitz. Anlass genug, um in der Schwabinger Galerie Cornelia Walter eine außergewöhnliche (Ge-)Denk-Exposition zu zelebrieren. Mit einer Kunstaktion, die den Bogen von vergangenen Ereignissen und aktuellen Geschehnissen spannt. Denn: „Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich“, weiß Galeristin Cornelia Walter. Ihr Motto: „Vorausschauen, sozial mitdenken und unterstützen!“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Historie ihrer vielfältigen Kunst-Ausstellungen…

Nun also: „NEVER AGAIN“! Hier werden Schwarzweiß-Aufnahmen des Fotokünstlers David Friedmann gezeigt. Eindrucksvolle Fotos, die zum Teil durch ein Ultraweitwinkelobjektiv so dicht an die Realität heranführen, dass das, was man sieht, zum Greifen nah erscheint. David Friedmann entdeckte seine Leidenschaft zur Fotografie über das Filmemachen; er begleitete eine Reisegruppe nach Auschwitz und durfte im Lager fotografieren. Seine Motive: Gleise, die dort enden, wo für viele die letzte Hoffnung verloren ging, Ansammlungen zusammengeworfener Dosen, Schuhe, Koffer und vieles mehr. „Gegenstände, die in ihrer Verlassenheit für Geschehnisse und Situationen sprechen, hinter denen sich unendliches Leid verbirgt“, so der Münchner Fotograf.

Eher kritisch als dekorativ ist auch die Ausdrucksform von Wolfram P. Kastner. Mit seiner Installation „Weiße Koffer“ erinnert er an die Ermordung von 996 jüdischen Münchner Bürgern am 25.11.1941. Im Zuge ihrer Deportation mussten diese ihre gesamte Habe auf den Inhalt eines einzigen Koffers beschränken. In Kastners Werk sind die Koffer weiß gefasst (in vielen Kulturen steht die Farbe Weiß für Trauer!), wetterfest beschichtet, mit Labels versehen und jeweils mit der letzten Wohnadresse, dem Todesdatum und dem Ort des Ermordeten beschriftet. „Das Geheimnis der Erinnerung ist die Nähe“, resümiert Wolfram P. Kastner. Der seine Kunst-Sujets immer fernab des Mainstreams ansiedelt und gerne auch mal provoziert…

„Vergessen verhindern!“, wünscht sich indes Galeristin und Künstlerin Cornelia Walter. Ihre Installation „Spiegelbilder“ besteht aus zehn Floatglas-Spiegeln (je 120 x 80 cm) mit insgesamt 180 eingebohrten, mundgeblasenen Glasaugen in verschiedenen Farben und handgefertigten Stahlrahmen. „Ich möchte einfach zum Nachdenken anregen, daran appellieren, Stellung zu politischen Themen, Reflexionen zur NS-Geschichte, Gewalt und Ausgrenzung zu nehmen, Zivilcourage zu zeigen und nicht wegzuschauen. Denn jede grausame Tat kann sich zu jeder Zeit wiederholen! Deshalb ist für mich jede Art von Kunst auch ein Zeichen moderner Demokratie“, erklärt Cornelia Walter ihre Beweggründe für die Ausstellung.

Die Vernissage findet am 20.1.2015 ab 18 Uhr statt. Bassist Pavel Seven sorgt für die musikalische Untermalung; die Laudatio hält Eva Haller, Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie in München. Darüber hinaus erhalten alle Gäste weiße Kerzen, die im Laufe der Veranstaltung vor der Galerie Cornelia Walter angezündet werden. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und der Terroranschläge in Frankreich. Die Aktion wird unter dem Motto #White Candles auf Facebook und Twitter begleitet.

Die Ausstellung wird ermöglicht und unterstützt durch die „Janusz Korczak Akademie“, „Alles klar“ und die „Peter Raum Stiftung“.