Vernissage Peintre X // 8.10. – 21.11.2015

Peintre X hat viel Ideal. Im Genre der Kunst liebt er Beckmann, schätzt Damien Hirst und wohl auch die Konstruktivisten, zitiert Marina Abramovic und nutzt sie alle zusammen, um sich von ihnen entscheidend abzuheben. Im Eigenen zitiert er sie ehrenvoll als Teile des persönlichen intellektuellen Herkommens in einer „Dankeschön für die Basis“ – Ambition, stellt auch in Frage – Life is not always a Damien Hirst, The Artist is not present – um darauf neo-romantisch, neo- populistisch und neo-sensibel aufzubauen. In der persönlichen Zurückhaltung übertrifft er sogar Warhols „Fill in you own signature“. Sein Eigenes: die zeitungsgleiche Weltpressegrundierung mit durchgestrichenen Augenpartien, die Brustwarzenmedallions, die skripturalen Einschübe, die Neonschrift. Seine Portraits sind bewusst plakativ, setzen Licht und Schatten über additiv aufgetragene farbvielfältige Flächen. Er arbeitet mit einer harten Kontur, so als sollte kein Zweifel am Authentischen aufkommen und er transportiert einen bedeutungsvollen Kontext mittels grafischen Abbreviaturen, die die sprechenden Augen – gedoppelt als Superzeichen – die fleischfressend roten Lippen und die nur skizzenhaft ausgeführte hohe Stirnzone verstärken.